Quelle: Carbon Composites e.V

Was ist ein Faserverbundwerkstoff?

Ein Faserverbundwerkstoff (FVW) wird durch die Kombination von zwei Komponenten hergestellt, sodass ein komplett neuer Werkstoff entsteht. Dieser weist durch das Zusammenspiel der beiden Komponenten bessere Eigenschaften als die einzelnen Komponenten selber auf. Im Allgemeinen werden bei der Herstellung Verstärkungsfasern in eine Kunststoffmatrix eingebettet (z. B. Epoxid- oder Polyesterharz). Als Faserwerkstoff kommen dafür beispielsweise Kohlenstoff (es entsteht CFK) oder Glas (es entsteht GFK) zum Einsatz.
Die beiden Komponenten übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die vergleichsweise weiche Matrix umgibt die Fasern, wodurch sie gestützt und räumlich fixiert werden. Dabei sorgt sie sowohl für eine Einleitung der einwirkenden Kraft in die Fasern als auch für eine Verteilung der Kraft zwischen den Fasern. Außerdem schützt sie die empfindlichen Fasern vor schädlichen Umgebungseinflüssen.
Die Fasern verleihen dem Faserverbundwerkstoff ihre herausragenden mechanischen Eigenschaften. Sie sorgen unter anderem für eine hohe Festigkeit sowie Steifigkeit und lassen den Werkstoff auch bei häufiger Belastung nicht ermüden. Durch die gezielte Ausrichtung der Fasern im Bauteil können die Eigenschaften auf den individuellen Belastungsfall angepasst.
Mit dem so entstandenen, neuen Werkstoff lassen sich viel leichtere Bauteile als mit Stahl und sogar Aluminium oder Titan herstellen. Auch kompliziert gestaltete und sehr große Teile können in einem Arbeitsgang mit verhältnismäßig geringem Aufwand hergestellt werden. Die Einsatzbereiche von Faserverbundwerkstoffen sind vielfältig. Unter anderem werden sie in der Luft -und Raumfahrt, im Fahrzeugbau, in der Energietechnik und in Sport und Freizeit verwendet.